Dr. Klaus Hubert Görg vorläufiger Insolvenzverwalter von 15 weiteren Tochtergesellschaften der Arcandor AG

[] Das Amtsgericht Essen hat Klaus Hubert Görg von der Sozietät GÖRG zum vorläufigen Insolvenzverwalter von 15 weiteren Tochtergesellschaften der Arcandor AG bestellt.

Für diese Gesellschaften hatten Geschäftsführer der Arcandor-Gruppe am gestrigen Mittwoch Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dazu gehören zum Großteil Gesellschaften, die Dienstleistungen oder andere Leistungen für die bereits insolventen Kernunternehmen der Arcandor-Gruppe erbringen. Der Geschäftsbetrieb der operativen Gesellschaften wird in vollem Umfang aufrecht erhalten.

„Die Entscheidung des Gerichts ist nachvollziehbar", sagte Klaus Hubert Görg bei einer Pressekonferenz in Essen. „Mit einem einzigen vorläufigen Insolvenzverwalter für alle Gesellschaften des Konzerns erhöhen sich die Chancen auf den Erhalt der Unternehmensgruppe, da dann alle Fäden bei einer zentralen Stelle zusammenlaufen."

Jetzt erst Recht

Er werde sich mit seinem Team auch für diese Gesellschaften unverzüglich um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes kümmern, damit auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jetzt insolventen 15 Gesellschaften pünktlich ihre Löhne und Gehälter für Juni, Juli und August erhalten, so Görg weiter. In den diesen Gesellschaften arbeiten insgesamt 6.700 Mitarbeiter

„Wenn ich mit den Mitarbeitern spreche, dann erkenne ich neue Motivation", sagte Görg. „Natürlich ist die Insolvenz zuerst einmal für alle ein Schock, aber die Mitarbeiter sind nach wie vor sehr engagiert und arbeiten mit uns als vorläufiger Insolvenzverwaltung sehr gut zusammen. Viele sagen sich: Jetzt erst Recht. Und das ist enorm wichtig, denn das Engagement der Mitarbeiter ist die Basis einer erfolgreichen Stabilisierung und Fortführung."

Lösung für Auszubildende entschieden

Ein Ergebnis dieser engagierten Arbeit ist, dass bereits eine Lösung für die Auszubildenden entschieden wurde: Die Karstadt Warenhaus GmbH übernimmt in Absprache mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter insgesamt 300 Auszubildende, die in den nächsten Wochen ihre dreijährige Ausbildung erfolgreich beenden. 90 % dieser jungen Menschen haben sich zum Einzelhandelskaufmann/frau ausbilden lassen, die weiteren Ausbildungsberufe betreffen Reiseverkehrskaufmann/frau, Systemgastronom und Gestalter für visuelles Marketing.

Für 370 Auszubildende, denen Karstadt aus rechtlichen Gründen keine Anschlussanstellung anbieten kann, führt Karstadt Gespräche mit einer Personalvermittlung, die den jungen Menschen eine Alternative anbieten möchte.

Außerdem wurde zusätzlich vereinbart, dass das Unternehmen zum 1. September 2009 250 Schulabgängern einen Ausbildungsplatz anbietet.

KARSTADT

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat sich mit seinem Team so weit dies bei einem so großen Unternehmen in etwas mehr als einer Woche möglich ist, in die Strukturen und Prozesse, Daten und Fakten von Karstadt eingearbeitet. „Wir benötigen für Karstadt keinen Massekredit", sagte Klaus Hubert Görg. „Die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts trauen wir uns im Rahmen der bestehenden Verträge zu." Er habe mit seinem Team außerdem sehr zügig über 24.000 Lieferanten und Dienstleister angeschrieben und ihnen in einem ersten Anschreiben die Verfahren der Zahlungsfreigaben dargelegt, daher sei es nur zu sehr geringen Problemen bei den Warenlieferungen gekommen, so Görg weiter.

Für den Juni liegt Karstadt mit den Umsätzen über den Zahlen des Vorjahres und über dem Plan. „Wir stellen fest, dass die Kunden mit den Füßen abstimmen und uns die Treue halten", erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter.

QUELLE

„Wir haben gestern die Mitarbeiter von Quelle und Primondo darüber informiert, dass wir mit Hochdruck an der Grundlagen-Finanzierung für Quelle arbeiten", sagte Görg. Dazu habe er in den vergangenen 48 Stunden Gespräche in Berlin und München geführt, um Sicherheiten für den Factoring-Dienstleister von Quelle zu erhalten.

Diese Sicherheiten sind notwendig, damit so schnell wie möglich die Geschäftsroutinen unter den Bedingungen des Insolvenzrechts etabliert werden können und der Geschäftsbetrieb stabilisiert und fortgeführt werden kann. Dazu zählt auch der Druck des Herbst-Winter-Katalogs.

„Nach unseren Anstrengungen der vergangenen acht Tage und meinen letzten Gesprächen kann ich heute feststellen, dass wir alles getan haben, was wir tun konnten, einen gangbaren Weg für die Besicherung des Quelle Dienstleisters für Forderungsankäufe und Forderungsverkäufe zu eröffnen", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter. „Die Kunden stehe zu Quelle. Wir können weder einen Rückgang der Bestellungen feststellen, noch kommt es vermehrt zur Rücksendung von bereits gekauften Produkten. Die Kunden haben Vertrauen zu ihrer Quelle."

Arcandor

Der vorläufige Insolvenzverwalter und sein Team konzentrieren sich derzeit auf die Stabilisierung der Geschäftsabläufe unter Insolvenzbedingungen. „Wenn wir das geschafft haben, werden wir gemeinsam mit dem Vorstand und dem Generalbevollmächtigten die Eckdaten eines Sanierungskonzepts entwickeln und dabei auch sehen, ob und in welcher Höhe wir Beiträge der Anteilseigner zur Restrukturierung der Arcandor-Gruppe benötigen", sagte Klaus Hubert Görg.

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