Wie lassen sich Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit bei der öffentlichen Beschaffung sinnvoll miteinander verbinden? Mit dieser Frage befasst sich GÖRG-Partner Dr. Jan Peter Müller in der Rechtskolumne des Magazins Verantwortung. Am Beispiel der Stadt Oslo zeigt der Fachanwalt für Vergaberecht, wie Vergabeverfahren dazu beitragen können, um Klimafolgekosten stärker in wirtschaftliche Entscheidungen einzubeziehen.
Gerade in Deutschland ist die öffentliche Beschaffung ein bedeutender wirtschaftlicher Hebel. Mit einem jährlichen Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro können Bund, Länder und Kommunen erheblichen Einfluss darauf nehmen, welche Faktoren bei Vergabeentscheidungen berücksichtigt werden. In der Praxis steht häufig der unmittelbare Angebotspreis im Vordergrund, während langfristige Folgekosten durch Energieverbrauch, Ressourcenbedarf oder Treibhausgasemissionen weniger stark in die Bewertung einfließen.
Hier setzt der sogenannte CO₂-Schattenpreis an. Er ermöglicht öffentlichen Auftraggebern, die langfristigen Kosten von Treibhausgasemissionen bei der Angebotsbewertung zu berücksichtigen und die wirtschaftliche Betrachtung über den reinen Anschaffungspreis hinaus zu erweitern. Jan Peter Müller erläutert, welche Steuerungswirkung das Instrument entfalten kann, welche rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten sind und welche Ansätze sich für deutsche Kommunen und öffentliche Auftraggeber ableiten lassen.
Das Beispiel Oslo verdeutlicht, wie öffentliche Beschaffung Märkte verändern kann, wenn Klimaschutz konsequent berücksichtigt und dem Markt verlässliche Rahmenbedingungen geboten werden.
Ein näherer Blick auf den Ansatz lohnt sich: Verantwortung, die sich rechnet (Ausgabe 2/2026).
