Deutschland bei Breitbandanschlüssen vorn

02.02.2010

[] Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat am 14.12.2009 den Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2008/2009 vorgestellt.

Das Ergebnis ist vor allem im Breitbandbereich erfreulich:

Bereits 60% der deutschen Haushalte nutzen einen Breitbandanschluss (insgesamt 24,1 Mio. Anschlüsse). Deutschland liegt damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Auch in den Jahren 2008/2009 war eine Zunahme an Breitbandanschlüssen zu verzeichnen, wenn auch mit geringerem Wachstum als in den Vorjahren. Ca. 91% der Breitbandanschlüsse sind DSL-Anschlüsse, mehr als 8% aller Kunden nutzen Breitbandanschlüsse via TV-Kabel. Die Wettbewerber der Deutschen Telekom konnten ihren Marktanteil von 53% auf dem – so Kurth – sich „langsam sättigenden Markt" seit 2007 in etwa bestätigen. Nach Angaben Kurths führt die breite Palette an Vorleistungsprodukten (Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL), Breitband-Zuführungsprodukte, Bitstromzugang und Resale) dazu, dass Geschäftsmodelle auf allen Stufen der Wertschöpfungskette aufgesetzt werden können.

Auf dem Markt für Telefonanschlüsse ist eine Zunahme der Investitionen zu beobachten, und zwar sowohl bei der Deutschen Telekom als auch bei den Wettbewerbern. So lag das Investitionsvolumen zwischen 2003 und 2006 bei drei bis vier Mrd. Euro pro Jahr, zwischen 2007 und 2008 stieg es auf jährlich fünf Mrd. Euro an. Der Marktanteil der Wettbewerber der Deutschen Telekom stieg in den vergangenen drei Jahren von 13% auf deutlich mehr als 30%. Ein starkes Wachstum verzeichnet der Bereich Kabel-TV-Infrastruktur für die Telefonie (0,3 Mio. Sprachzugänge im Jahr 2006 im Vergleich zu ca. 2,4 Mio. im Jahr 2009).

Im Mobilfunkmarkt herrscht nach Einschätzung Kurths ein „bemerkenswerter Wettbewerb", der zu einem deutlichen Absinken der Preise bei Mobilfunkdiensten geführt habe. Deutlich werde dies daran, dass die Umsätze der Anbieter zwischen 2003 und 2008 stabil geblieben seien, während das abgehende Verkehrsvolumen um 145% zugenommen habe. Von den vier Netzbetreibern verfüge keiner über einen Marktanteil von mehr als 37%. Die Teilnehmerzahl lag zum Ende des dritten Quartals 2009 bei 108 Mio. und nähert sich nach den Worten Kurths der Sättigungsgrenze. Die Discountanbieter entwickeln sich dagegen positiv (20 Mio. Kunden zum Ende des ersten Quartals 2009; Marktanteil 20%). Im Gegensatz zu den Teilnehmerzahlen ist bei den mobil abgewickelten Gesprächsvolumen ein deutliches Wachstum zu verzeichnen. Lag der Anteil der mobilen Verbindungen am Gesamtgesprächsvolumen im Jahr 2004 noch bei 14%, stieg er im Jahr 2008 auf ca. 30%.

Die Bedeutung der Breitbandtechnik nimmt auch im Mobilfunk zu. Von 2005 bis 2008 stieg die Zahl der regelmäßigen UMTS-Nutzer fast um das Sechsfache, das übertragene Datenvolumen um mehr als das Fünfzigfache. Für 2009 wird abermals ein deutlicher Anstieg des Datenvolumens erwartet.

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