Digitale Souveränität als Hebel: Mit einem hybriden KI-Set-up zur vollen technologischen Kontrolle

Mai 2026

Kanzleien und Rechtsabteilungen stehen vor der Herausforderung, Mandantenfragen und Standardprozesse schneller, präziser und gleichzeitig vollkommen souverän zu bearbeiten. Arkadiusz Rzepka, Leiter der Legal Tech & Digital Transformation Unit bei Görg, erklärt, wie ein hybrider Ansatz aus modernsten europäischen Tools und eigenständiger Technologieentwicklung digitale Souveränität schaffen kann – bei nachhaltigem Change-Management und neuen Geschäftspotenzialen.

Herr Rzepka, Sie positionieren »digitale Souveränität« bewusst als strategischen Imperativ statt als reine Technologiefrage.

Digitale Souveränität bedeutet für führende deutsche Großkanzleien die vollständige strategische Kontrolle über ihre sensiblen Mandatsdaten, ihre juristischen Arbeitsprozesse und ihr institutionelles Know-how. Es geht nicht primär um den Einsatz von KI-Tools, sondern darum, dass die Kanzlei selbst entscheidet, welche Daten wo verarbeitet werden, wie Mandatsarbeit strukturiert ist und dass sie langfristig unabhängig von einzelnen externen Technologieanbietern bleibt.

Wie kann die Rechtsberatung durch KI und LegalTech nicht nur moderner und effizienter werden, sondern gleichzeitig digitale Souveränität erlangen?

Der Schlüssel liegt in der intelligenten Kombination aus Technologie und strategischer Steuerung. Durch Partnerschaften mit europäischen KI-Plattformen wie Legora und deutschen KI-Sprachmodell-Lösungen wie Beck-Noxtua können Standardprozesse massiv beschleunigt und die Qualität gesteigert werden. Echte Souveränität entsteht jedoch erst, wenn wir diese Technologien so einsetzen, dass wir unsere Kernkompetenzen behalten und weiterentwickeln. Gleichzeitig wäre eine reine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter strategisch riskant. Deshalb arbeiten wir parallel eng mit deutschen KI-Forschungsinstituten zusammen, um mit komplexen KI-Eigenentwicklungen echte digitale Souveränität zu wahren.

Welche Rolle spielt Change-Management bei der KI-Implementierung in einer traditionellen Partnerschaftskanzlei – und wie steuern Sie diesen kulturellen Wandel konkret bei Görg?

Viele Digitalisierungsprojekte scheitern nicht an der Technologie, sondern am Change. Change-Management ist nicht Begleitmaßnahme, sondern der zentrale Erfolgsfaktor. In einer Partnerschaftskanzlei geht es darum, hoch qualifizierte, selbstbewusste Anwältinnen und Anwälte von einer neuen Arbeitsweise zu überzeugen und nicht zu zwingen. Kanzleien und Rechtsabteilungen sollten daher digitalen Change als strategisches Leadership-Thema und nicht als IT-Projekt behandeln. Das ist der Erfolgsgrund, warum erfolgreiche Transformation wie bei Görg nachhaltig und von innen getragen wird.

Interview Rüdiger Schmidt-Sodingen

Digital Law - Handelsblatt

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