Fortbestand von Hymmen gesichert

29.01.2016

[Bielefeld, ] Am gestrigen Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde gleichzeitig mit der vertraglichen Unterschrift zur übertragenden Sanierung des operativen Geschäftes der Fortbestand des Bielefelder Traditionsunternehmens Hymmen gesichert. Mit der Firmierung Hymmen GmbH Maschinen- und Anlagenbau wird ab dem 1. Februar 2016 das neue Unternehmen seinen operativen Betrieb aufnehmen.

Die Einreichung des Insolvenzantrags am 1. Dezember 2015 markierte den Anfang des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Es folgten acht Wochen intensivster und sehr produktiver Arbeit der (vorläufigen) Insolvenzverwalterin und GÖRG Partnerin Dr. Anja Commandeur und ihrem Team. Ziel war es von Anfang an, die Vermögenswerte des Unternehmens bestmöglich im Sinne der Gläubiger zu verwerten und den größtmöglichen Teil der Arbeitsplätze zu sichern. Dazu Dr. Anja Commandeur: „Das Insolvenzverfahren war von Anfang an von hohem Zeitdruck geprägt. Dies ist dem Geschäftsfeld von Hymmen - Projekt- und Anlagenbau - geschuldet, das eine schnelle Lösung für den Erhalt der Kundenbeziehungen erfordert.“ Im Rahmen des eingeleiteten Investorenprozesses sind Gespräche mit mehreren Interessenten geführt worden. Letztlich ist es gelungen, den Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens an den Meistbietenden zu veräußern. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen aus dem bisherigen Gesellschafterkreis, dem es gelungen ist, neue Geldgeber zu gewinnen.

Die Fortführung des operativen Geschäftes ist ab dem 1. Februar 2016 dadurch gesichert, dass die neue Gesellschaft die Assets der alten Gesellschaft gekauft hat, und die Geschäfte im Rahmen einer übertragenden Sanierung  fortführen wird. Die insolvente alte Gesellschaft wird nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens abgewickelt. „Wir sind glücklich, Geldgeber gefunden zu haben, denen es an der ganzheitlichen Fortführung des Unternehmens liegt“, betont Dr. René Pankoke, früherer und auch künftiger geschäftsführender Gesellschafter des Maschinen- und Anlagenbauunternehmens. Zweiter in der Geschäftsführung wird der frühere technische Leiter Thomas Eikelmann sein.

Um die Zukunftsfähigkeit der neuen Hymmen-Gesellschaft zu sichern, wurde das Unternehmen einer grundlegenden Restrukturierung unterzogen. Ganze Unternehmensbereiche, von der Arbeitsvorbereitung über die Lackiererei bis hin zu großen Teilen der Fertigung von Anlagenteilen werden zukünftig aus Effizienzgründen nach außen vergeben. Die Strukturen in allen Unternehmensbereichen wurden stark gestrafft, so dass künftig nur noch rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden. Die Geschäftsführer unterstützen die vom Wegfall ihres Arbeitsplatzes betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dadurch, dass sie die Einrichtung einer Transfergesellschaft im Rahmen des Unternehmenskaufs finanziell ermöglichen konnten. In der Transfergesellschaft erhalten die Mitarbeiter individuelles Coaching und Unterstützung im Bewerbungsprozess. Wirtschaftliche Überlegungen haben darüber hinaus zu der Entscheidung geführt, dass die Neugesellschaft derzeit nicht an neuen Montagestandort in Halle-Künsebeck ziehen wird. Vielmehr wird die Hallennutzung an den bisherigen Standorten in Bielefeld und Rödinghausen neu organisiert. Auch in Zukunft werden die Technologien schwerpunktmäßig Doppelbandpressen, Industrielle Single Pass Digitaldruckanlagen und die damit verbundene Flüssigbeschichtungstechnologie umfassen.

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