Sanierung von Karstadt und Primondo/Quelle vorantreiben

01.09.2009

[] Treue und neue Kunden überzeugen / Gespräche und Verhandlungen laufen wie angekündigt / Dr. Klaus Hubert Görg zum Insolvenzverwalter bestellt

Das Amtsgericht Essen als zuständiges Insolvenzgericht hat Dr. Klaus Hubert Görg zum Insolvenzverwalter der Arcandor AG, der Karstadt Warenhaus GmbH sowie der Quelle GmbH bestellt. Damit ist die Verwaltungs- und Verfügungsmacht über das Vermögen sowie die Vertretungsbefugnis bei diesen Gesellschaften auf den Insolvenzverwalter übergegangen.

Als Termine für die Gläubigerversammlungen hat das Amtsgericht den 09. November 2009 für die Arcandor AG, den 10. November 2009 für die Karstadt Warenhaus GmbH und den 11. November 2009 für die Quelle GmbH festgelegt. Diese drei „Berichtstermine" werden in der Grugahalle in Essen stattfinden. Die Gläubigerversammlungen der weiteren Gesellschaften sind für die darauffolgenden Tage terminiert.

„Unser Ziel ist es, den Gläubigerversammlungen im November plausible Sanierungskonzepte zur Abstimmung vorzulegen", sagte Görg. „Deshalb werden wir – wie am 13. August in Nürnberg angekündigt – die Sanierung der beiden Handelssegmente Karstadt und Primondo/Quelle weiter vorantreiben."

Karstadt Warenhäuser

Görg verwies zum Start der umsatzstarken Handelsmonate auf die diesjährige Herbst-Aktion „Spitzenqualität zu Top-Preisen", die sich seit dem 125jährigen Jubiläum Karstadts in Deutschland etabliert hat. „Unser Sanierungserfolg hängt von unseren engagierten Mitarbeitern ebenso ab wie von treuen und neuen Kunden, die wir mit der diesjährigen Herbst-Aktion an Karstadt binden und von Karstadt überzeugen wollen", so Görg.

Für den Bereich der Karstadt Sport- und Warenhäuser werden Gespräche mit Arbeitnehmervertretern, Vermietern, Dienstleistern und Lieferanten, wie angekündigt, konstruktiv geführt. Die jeweiligen Verhandlungsergebnisse über Sanierungsbeiträge sind schließlich die Eckpunkte des Insolvenzplans, über den Karstadt „als Ganzes" saniert werden soll. Mit den Ergebnissen dieser Verhandlungen wird definiert, wie viele Karstadt-Häuser insgesamt fortgeführt werden können. 19 von insgesamt 126 Häusern stehen derzeit noch auf einer Prüfliste. Ziel der Insolvenzverwaltung in den Gesprächen über einzelne Sanierungsbeiträge ist es, so viele Häuser wie möglich weiterführen zu können. „Wir wissen, dass knapp 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gespannt auf die Eckpunkte des Insolvenzplans warten, deshalb verhandeln wir mit unseren Gesprächspartnern so zügig wie möglich und selbstverständlich auch so gründlich wie nötig", erklärt Görg.

Karstadt wird ab sofort von folgendem Team geführt: Dr. Thomas Töpfer bleibt Chief Financial Officer (CFO), Dr. Emmanuel Siregar bleibt Human Ressources Director, Marco Schöner zeichnet weiterhin als Chief Purchase Officer für den Einkauf von Karstadt verantwortlich. Neu im Karstadt-Leitungsteam sind Andreas Boznar, der künftig für den Vertrieb zuständig sein wird, sowie Thomas Fox von der Berliner Unternehmensberatung Modales, der bereits im Antragsverfahren die Aufgaben eines Chief Restructuring Officers (CRO) wahrgenommen hat.

Rechtsanwalt Rolf Weidmann, Leiter des Essener Büros der Sozietät GÖRG, behält innerhalb des Teams des Insolvenzverwalters die Zuständigkeit für die Karstadt Warenhäuser.

Primondo/Quelle

Für Primondo/Quelle laufen die Verhandlungen über die Anschlussfinanzierung des Factorings. „Alle Verhandlungspartner sind sich ihrer Verantwortung bewusst, Europas größten Versandhändler dauerhaft im Markt zu stabilisieren", so Görg. „Aus unserer Sicht können die Gespräche am 09. September 2009 erfolgreich abgeschlossen sein."

Verhandelt wird seit Mitte August 2009 auch über den Sozialplan und Interessenausgleich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wegen Aufgabe der defizitären Quelle Technik Center nicht weiterbeschäftigt werden können. „Wie bereits Mitte August angekündigt arbeiten Insolvenzverwaltung, Geschäftsführung, Arbeitsagentur und die bayerische Landesregierung intensiv an der Finanzierung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft", sagt Görg.

Der Insolvenzverwalter ist zuversichtlich, dass interessierte Investoren noch vor den Gläubigerversammlungen die Wirtschaftlichkeitsüberprüfung des Verbundes aus Universal- und Spezialversand abgeschlossen haben können.

Dr. Jörg Nerlich, Partner der Sozietät GÖRG, wird – wie bereits im Antragsverfahren – mit der Zuständigkeit für den Verbund Primondo/Quelle beauftragt.

 

Arcandor Holding

„Den überwiegenden Teil der gut 100 Mitarbeiter in der Holding werden wir voraussichtlich für die Abwicklung des Insolvenzverfahrens und zur Unterstützung unserer Sanierungs- und Verkaufsaktivitäten brauchen", bestätigt Görg. Mit jenen, deren Aufgabenbereich im Insolvenzverfahren wegfalle, werde noch im Laufe des Septembers persönlich gesprochen, so Görg weiter.

In einer internen Mitteilung an alle Beschäftigten schreibt Görg: „Im Namen meiner Partner und Kollegen danke ich Ihnen an dieser Stelle herzlich für Ihren Einsatz im vorläufigen Insolvenzverfahren. Wir wissen, dass Sie seit 2004 mit viel Herzblut für Ihr Unternehmen gekämpft haben. Wir wissen ebenso, dass wir wichtige Monate vor uns haben, in denen wir gemeinsam die Zukunft gestalten wollen."

Neben dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Karl-Gerhard Eick beenden Rüdiger A. Günther, Finanzvorstand, Arnold Mattschull, Vorstand Zentraleinkauf, Stefan W. Herzberg, Vorstand mit Zuständigkeit für die Warenhäuser, Zvezdana Seeger, Vorstand für Restrukturierung und IT, sowie Manny Fontenla-Novoa, Vorstand mit Zuständigkeit für die Touristik, ihre Tätigkeit für das Unternehmen.

Görg dankte auch den Mitgliedern des Vorstands, die die vorläufige Insolvenzverwaltung tatkräftig unterstützt haben.

Marc Sommer, Vorstand für die Versandhandelsgruppe Primondo, unterstützt weiterhin den Verkaufsprozess sowie die operative Steuerung seines Verantwortungsbereichs.

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